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Samstag, 1. Mai 2010
Kommunales Leerstandsmanagement - Die Wahrheit ist den Bürgern zumutbar
Vortrag beim 1. hessischen Demographiekongress im Hessischen Landtag zu Wiesbaden
am Beispiel des Zukunfts-Projekts Illingen2030
Illingen ist wunderschön - Ein Erholungsort aus dem Bilderbuch
Illingen hat Schmuckstücke wie die Illipse – das Kulturforum...
das neue Kinderhaus...
St. Stephan mit dem Zwiebelturm und den Lehoczky-Fenstern...
schöne Wohngebiete...
und landes- und bundesweite Erfolge.
Kurz: Wir haben alles...
... was Politiker erfolgreich und glücklich macht
Gäbe es da nicht diese verflixten Wohnhaus-Leerstände – und das seit langem –, aber keiner will sie gesehen haben. Allgemeines Verdrängungsmotto: Die paar Hausruinen sind doch kein Problem. Bis eine Studentin sie gezählt hat: 77,78,79,80,81 – und dann hieß es plötzlich: hoppla, so viele.
Wir stellen fest. Demographie ist ein verschwiegenes Problem
Kollektive Verdrängung ist an der Tagesordnung
Fakt ist:
Leer stehende Häuser sind ein Signal für demographischen Wandel.
Wie reagieren wir auf Leerstände und demographischen Wandel?
Die beliebteste Variante wird bundesweit gern angewandt:
Bloß nicht hochspielen – es könnte unsere Wahlchancen schmälern. Mund halten und ducken, bis die Gefahr vorüber ist.
Ich wollte dies zunächst auch. Aber meine Mitarbeiter haben mich überzeugt, aktiv zu handeln.
Die Gefahr geht nämlich nicht vorüber. Der demographische Wandel beschleunigt sich, das Problem wächst, verdrängen hilft nicht.
Fakt ist:
Probleme löst man nicht dadurch, dass man den Kopf in den Sand steckt
Probleme muss man gemeinsam anpacken und strategisch lösen.
Wir brauchen Mut zur Zukunft und gleichzeitig Mut zum Schrumpfen
Am Anfang steht die Bestandsaufnahme. Die muss systematisch erfolgen. Kooperation ist schon bei der Ist-Analyse notwendig.
Unsere Bestandsaufnahme hat eine Leerstandsquote von 1,5 bis 2% erbracht. Das ist nicht viel.
Die Lage scheint unproblematisch und beherrschbar.
Aber die Problemlage variiert sehr stark, die Fluktuation auf dem Alt-Immobilienmarkt ist hoch.
Ein ungelöstes Problem: Der wachsende Bodensatz von Problemhäusern.
Also hieß das für uns: Verfeinerung der Analyse mit Luftbildern und Bevölkerungsprognosen – haarklein, auf jeden Ortsteil umgelegt und grafisch dargestellt.
Weil Demographie auch Siedlungspolitik ist, haben wir die die Leerstände der Zukunft ermittelt.
Die Prognose ergab dann schon 9 bis 12% potenzielle Leerstände, weil in so vielen Häusern nur Menschen über 65 Jahre wohnen.
9 bis 12% sind eine kritische Größe für jede Stadt, für jede Gemeinde.
Das ist eine demographische Zeitbombe für immer mehr deutsche Gemeinden.
Kommen wir zu Lösungsmöglichkeiten. Wir empfehlen:
Leerstandskataster aufbauen
Leerstandsmanagement institutionalisieren
Einwohner informieren, aktivieren, motivieren
Rats- und Verwaltungspolitik verändern: Nachhaltigkeit
Planerische Vorgaben: Stärkung der Zentren, Verbot weiterer Neubaugebiete im Außenbereich
Abriss freiwillig oder durch kommunale Vorgaben (LBO), Zuschussprogramme
Anregungen zum Leerstandskataster
Grobes Raster durch studentische Vorarbeit erstellen
Verfeinerung durch Ortsräte (Ortskenntnis)
Ergänzung durch Versorger (Gaswerk, Wasserversorger, Abwasserverband) und Schornsteinfeger;
Kataster systematisch fortschreiben und pflegen
Anregungen zum Leerstandsmanagement
In der Verwaltung institutionalisieren (z. B. Stabsstelle mit direkter Berichterstattung gegenüber dem Bürgermeister)
Leerstandsmanagement braucht verwaltungsintern Einfluss und Macht
Einwohner brauchen ständige Ansprechpartner
Öffentlichkeit braucht ein „Gesicht“ der LeerstandsmanagerIn
Anregungen zur Bürgerinformation:
Man muss Einwohner informieren, aktivieren, motivieren
Was alle angeht, können nur alle lösen (Dürrenmatt)
Gemeinde und Bürger haben Interessen – die müssen zusammengebracht werden (Win-Win-Situationen)
Offenheit, Transparenz, Erfolgsorientierung
Die Menschen abholen, wo sie zu Hause sind, denn Demographie ist Alltag
Commitment erzeugen! Senioren aktivieren!
Sagen Sie die Wahrheit: über Immobilienpreise, über Wertentwicklungen, über Geburtenraten, über Chancen und Risiken.
Kommunizieren Sie offensiv.
Demographie ist Quartierspolitik
Nichts ist erfolgreicher als Quartiersarbeit – weil es die Menschen dort direkt betrifft.
Sie müssen in den Straßen der Orte informieren, Vertrauen schaffen, aber auch provozieren und kommunizieren – all dies gehört zur Erfolgsstrategie.
Quartiersarbeit und Leerstandsmanagement lohnen sich
Der Erfolg des Leerstandsmanagements war grandios: die Immobilienpreise sind angepasst worden, Erbengemeinschaften haben sich arrangiert - wir haben in sechs Jahren zwei Drittel aller Leerstandsprobleme gelöst.
Leerstandsmanagement ist das erfolgreichste Instrument im demographischen Wandel.
Mehr Dorf für weniger Menschen - Luxus der Leere (W. Kil)
Demographiesensible Politik ist auch Aufbaupolitik – Mehr Dorf für weniger Menschen
Kauf dir ein Stück Glück, bevor Verfall auch dein Haus in Mitleidenschaft zieht.
Kauf dir ein Stück Glück, wo früher ein Nachbar war.
Demographie ist Familienpolitik
Ohne Kinder keine Zukunft
Auf in die Mitte!
Wir müssen die Zentren stärken.
Mit Nahversorgung, Begegnungsstätten, Kindergärten, kombiniertem Wohnen.
Und einem Verbot weiterer Neubaugebiete an den Ortsrändern: Nachhaltige Flächenpolitik
„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“ (Ingeborg Bachmann 1959; Rede anlässlich des Hörspielpreises der Kriegsblinden“)
„Die Stadt nämlich (...) ist nicht die Angelegenheit der Städtebauer, sondern der Städtebewohner. Es ist nicht nur statthaft, sondern Zeitgenossenpflicht, dass sie sich zu Wort melden. Die Fehlleistung, die sich Städtebau nennt, beruht nicht auf einem Versagen der Techniker als Techniker, sondern auf einem Versagen der Laien; sie überlassen sich den Technikern. Nun ist es aber so: Die Aufgabe stellt der Laie, der Fachmann hat sie zu lösen. Oder so müsste es sein. Wir brauchen den Fachmann: aber als Fachmann auf einem Gebiet, als Architekt, als Konstrukteur, nicht als Ideologe, nicht als Entwerfer der Gesellschaft. Kommt es dazu, weil die Gesellschaft sich nicht selbst entwirft und den Fachmann nicht einsetzt als Diener der Gesellschaft, übernimmt er eine Verantwortung, die ihm nicht zukommt; er übernimmt sich.“ (Max Frisch 1966; Vorwort zu Gody Suter: Die großen Städte)
„Was alle angeht, können nur alle lösen.“ (Friedrich Dürrenmatt 1966; 21 Punkte zu den Physikern)
Armin König
am Beispiel des Zukunfts-Projekts Illingen2030
Illingen ist wunderschön - Ein Erholungsort aus dem Bilderbuch
Illingen hat Schmuckstücke wie die Illipse – das Kulturforum...
das neue Kinderhaus...
St. Stephan mit dem Zwiebelturm und den Lehoczky-Fenstern...
schöne Wohngebiete...
und landes- und bundesweite Erfolge.
Kurz: Wir haben alles...
... was Politiker erfolgreich und glücklich macht
Gäbe es da nicht diese verflixten Wohnhaus-Leerstände – und das seit langem –, aber keiner will sie gesehen haben. Allgemeines Verdrängungsmotto: Die paar Hausruinen sind doch kein Problem. Bis eine Studentin sie gezählt hat: 77,78,79,80,81 – und dann hieß es plötzlich: hoppla, so viele.
Wir stellen fest. Demographie ist ein verschwiegenes Problem
Kollektive Verdrängung ist an der Tagesordnung
Fakt ist:
Leer stehende Häuser sind ein Signal für demographischen Wandel.
Wie reagieren wir auf Leerstände und demographischen Wandel?
Die beliebteste Variante wird bundesweit gern angewandt:
Bloß nicht hochspielen – es könnte unsere Wahlchancen schmälern. Mund halten und ducken, bis die Gefahr vorüber ist.
Ich wollte dies zunächst auch. Aber meine Mitarbeiter haben mich überzeugt, aktiv zu handeln.
Die Gefahr geht nämlich nicht vorüber. Der demographische Wandel beschleunigt sich, das Problem wächst, verdrängen hilft nicht.
Fakt ist:
Probleme löst man nicht dadurch, dass man den Kopf in den Sand steckt
Probleme muss man gemeinsam anpacken und strategisch lösen.
Wir brauchen Mut zur Zukunft und gleichzeitig Mut zum Schrumpfen
Am Anfang steht die Bestandsaufnahme. Die muss systematisch erfolgen. Kooperation ist schon bei der Ist-Analyse notwendig.
Unsere Bestandsaufnahme hat eine Leerstandsquote von 1,5 bis 2% erbracht. Das ist nicht viel.
Die Lage scheint unproblematisch und beherrschbar.
Aber die Problemlage variiert sehr stark, die Fluktuation auf dem Alt-Immobilienmarkt ist hoch.
Ein ungelöstes Problem: Der wachsende Bodensatz von Problemhäusern.
Also hieß das für uns: Verfeinerung der Analyse mit Luftbildern und Bevölkerungsprognosen – haarklein, auf jeden Ortsteil umgelegt und grafisch dargestellt.
Weil Demographie auch Siedlungspolitik ist, haben wir die die Leerstände der Zukunft ermittelt.
Die Prognose ergab dann schon 9 bis 12% potenzielle Leerstände, weil in so vielen Häusern nur Menschen über 65 Jahre wohnen.
9 bis 12% sind eine kritische Größe für jede Stadt, für jede Gemeinde.
Das ist eine demographische Zeitbombe für immer mehr deutsche Gemeinden.
Kommen wir zu Lösungsmöglichkeiten. Wir empfehlen:
Leerstandskataster aufbauen
Leerstandsmanagement institutionalisieren
Einwohner informieren, aktivieren, motivieren
Rats- und Verwaltungspolitik verändern: Nachhaltigkeit
Planerische Vorgaben: Stärkung der Zentren, Verbot weiterer Neubaugebiete im Außenbereich
Abriss freiwillig oder durch kommunale Vorgaben (LBO), Zuschussprogramme
Anregungen zum Leerstandskataster
Grobes Raster durch studentische Vorarbeit erstellen
Verfeinerung durch Ortsräte (Ortskenntnis)
Ergänzung durch Versorger (Gaswerk, Wasserversorger, Abwasserverband) und Schornsteinfeger;
Kataster systematisch fortschreiben und pflegen
Anregungen zum Leerstandsmanagement
In der Verwaltung institutionalisieren (z. B. Stabsstelle mit direkter Berichterstattung gegenüber dem Bürgermeister)
Leerstandsmanagement braucht verwaltungsintern Einfluss und Macht
Einwohner brauchen ständige Ansprechpartner
Öffentlichkeit braucht ein „Gesicht“ der LeerstandsmanagerIn
Anregungen zur Bürgerinformation:
Man muss Einwohner informieren, aktivieren, motivieren
Was alle angeht, können nur alle lösen (Dürrenmatt)
Gemeinde und Bürger haben Interessen – die müssen zusammengebracht werden (Win-Win-Situationen)
Offenheit, Transparenz, Erfolgsorientierung
Die Menschen abholen, wo sie zu Hause sind, denn Demographie ist Alltag
Commitment erzeugen! Senioren aktivieren!
Sagen Sie die Wahrheit: über Immobilienpreise, über Wertentwicklungen, über Geburtenraten, über Chancen und Risiken.
Kommunizieren Sie offensiv.
Demographie ist Quartierspolitik
Nichts ist erfolgreicher als Quartiersarbeit – weil es die Menschen dort direkt betrifft.
Sie müssen in den Straßen der Orte informieren, Vertrauen schaffen, aber auch provozieren und kommunizieren – all dies gehört zur Erfolgsstrategie.
Quartiersarbeit und Leerstandsmanagement lohnen sich
Der Erfolg des Leerstandsmanagements war grandios: die Immobilienpreise sind angepasst worden, Erbengemeinschaften haben sich arrangiert - wir haben in sechs Jahren zwei Drittel aller Leerstandsprobleme gelöst.
Leerstandsmanagement ist das erfolgreichste Instrument im demographischen Wandel.
Mehr Dorf für weniger Menschen - Luxus der Leere (W. Kil)
Demographiesensible Politik ist auch Aufbaupolitik – Mehr Dorf für weniger Menschen
Kauf dir ein Stück Glück, bevor Verfall auch dein Haus in Mitleidenschaft zieht.
Kauf dir ein Stück Glück, wo früher ein Nachbar war.
Demographie ist Familienpolitik
Ohne Kinder keine Zukunft
Auf in die Mitte!
Wir müssen die Zentren stärken.
Mit Nahversorgung, Begegnungsstätten, Kindergärten, kombiniertem Wohnen.
Und einem Verbot weiterer Neubaugebiete an den Ortsrändern: Nachhaltige Flächenpolitik
„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“ (Ingeborg Bachmann 1959; Rede anlässlich des Hörspielpreises der Kriegsblinden“)
„Die Stadt nämlich (...) ist nicht die Angelegenheit der Städtebauer, sondern der Städtebewohner. Es ist nicht nur statthaft, sondern Zeitgenossenpflicht, dass sie sich zu Wort melden. Die Fehlleistung, die sich Städtebau nennt, beruht nicht auf einem Versagen der Techniker als Techniker, sondern auf einem Versagen der Laien; sie überlassen sich den Technikern. Nun ist es aber so: Die Aufgabe stellt der Laie, der Fachmann hat sie zu lösen. Oder so müsste es sein. Wir brauchen den Fachmann: aber als Fachmann auf einem Gebiet, als Architekt, als Konstrukteur, nicht als Ideologe, nicht als Entwerfer der Gesellschaft. Kommt es dazu, weil die Gesellschaft sich nicht selbst entwirft und den Fachmann nicht einsetzt als Diener der Gesellschaft, übernimmt er eine Verantwortung, die ihm nicht zukommt; er übernimmt sich.“ (Max Frisch 1966; Vorwort zu Gody Suter: Die großen Städte)
„Was alle angeht, können nur alle lösen.“ (Friedrich Dürrenmatt 1966; 21 Punkte zu den Physikern)
Armin König
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min kÖnig
Dienstag, 16. Februar 2010
Die jungen Alten - was zeichnet sie aus?
Dyk, Silke van / Lessenich,Stephan (Hg.): Die jungen Alten. Analysen einer neuen Sozialfigur. Frankfurt / M.: Campus. 410 Seiten. ISBN 978-3-593-39033-8. D: 34,90 EUR.
rezensiert von Armin König, (c) 2010
Das Schlagwort von den “jungen Alten” macht die Runde. Im demographischen Wandel werden sie zu einer Sozialfigur, die Wissenschaftler, Praktiker und Politiker interessiert. Die Soziologen Stephan Lessenich und Silke van Dyk haben die neue Sozialfigur der "jungen Alten" umfassend analysiert. In ihrer Einführung schreiben sie, dass parallel zur mittlerweile viel beschriebenen Vergreisung der Gesellschaft “eine Verjüngung der Alten zu konstatieren” sei, die “über viele Jahre hinweg angesichts hoher Erwerbslosigkeisraten jenseits der 55 immer früher in den Ruhestand entlassen wurden” (11). Das alte Altersbild, das vorwiegend pejorativ gezeichnet wurde, stimmt also nicht mehr. Deshalb ist es folgerichtig, dass sich die Sozialforschung diesem Thema annimmt: “Die zunehmende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den doppelten Sachverhalt, dass ‘die Alten’ nicht nur ‘immer älter’, sondern in gewisser Weise eben auch ‘immer jünger’ werden, also einen zunehmend länger werdenden Teil ihrer zunehmend länger werdenden Lebenszeit gesund und leistungsfähig bleiben, hat zur sozialpolitischen Entdeckung der Aktivierbarkeit des Alters geführt.” Politik und Gesellschaft interessieren sich in einer Zeit, in der Einsparpotenziale diskutiert werden dafür, wie ‘die Potenziale des Alters gesellschaftlich besser genutzt werden können”, wie es im 5. Altenbericht der Bundesregierung (2005: 3) heißt. Und so fragen van Dyk und Lessenich kritisch: “Was läge im Zeichen chronisch beklagter fiskalischer Nöte der öffentlichen Hand, im Zeichen der prognostizierten Zunahme des Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung, im Windschatten schließlich der mit großem finanzielle, institutionellen und propagandistischen Aufwand betriebenen Aktivierung erwerbsfähiger Arbeitsloser näher, als auch ‘das Alter’ wieder stärker in die gesellschaftliche Pflicht zu nehmen?” (12)
Dabei sind positive wie negative Aspekte zu beachten. Dem gehen die Autoren auf den Grund.
“Die neuen Alten” ist ein wichtiges Buch, in dem erstmals neun in Deutsche übersetzte Grundlagentexte der englischsprachigen Diskussion sowie kritische Beiträge zur deutschen Debatte um das ‘junge Alter’ und seine gesellschaftliche Bedeutung zusammengefasst werden. Dazu gehören “Dominierende und konkurrierende gerontologische Paradigmen: Für eine politische Ökonomie des Alterns” von Caroll L. Estes / James H. Swan und Lenore E. Gerard (1982) ebenso wie David J. Ekerdts wegweisender Aufsatz: “Die Ethik des Beschäftigtseins: Zur moralischen Kontinuität zwischen Arbeitsleben und Ruhestand” aus dem Jahr 1986.
Bis 1982 spielte die politische Ökonomie des Alterns noch keine Rolle. Die Gerontologie befasste sich schlicht nicht mit diesem Thema. Estes, Swan und Gerard öffneten den Blick für eine neue Sichtweise. Ihnen ging es darum, "ein Verständnis des Charakters und der Bedeutung von Veränderungen im Umgang mit alten Menschen zu entwickeln und diese mit den großen systemischen Entwicklungen in Beziehung zu setzen. Es wäre wichtig zu verstehen, wie der Alternsprozess durch den systemischen Umgang der Gesellschaft mit alten Menschen bzw. durch die Positionierung von alten Menschen in der Gesellschaft beeinflusst wird.” (57)
In den Grundlagentexten geht es um die “Maske des Alterns” und den postmodernen Lebenslauf (Mike Featherstone / Mike Hepworth 1991), um feministische und postmoderne feministische Einblicke in das Problem der Altersdiskriminierung (Glenda Laws 1995), um “Konsum und Identität im Alter” im Sinne einer “kulturgerontologischen Perspektive” (Chris Gilleard 1996) und um das Phänomen, dass in der Sozialgerontologie der Körper “in auffälliger Weise abwesend ist – und dies, obwohl in unserer Kultur das Altern sich in Äußerlichkeiten darstellt und durch den Körper erfahren wird” (Peter Öberg: 138). Mit Beginn des 21. Jahrhunderts ändert sich die Themenwahl und damit auch der Blickwinkel. So werden nun “Geschäftige Körper” (Stephen Katz) untersucht. In dem Text aus dem Jahr 2000 geht es um “Aktivität, Altern und das Management des Alltagslebens” (160). Eine “foucauldianische Analyse des ALters und der Macht wohlfahrtsstaatlicher Politik” (Simon Biggs / Jason L. Powell; 2001) und ein Aufsatz von Martha B. Holstein und Meredith Minkler aus dem Jahr 2003 über “Das Selbst, die Gesellschaft und die ‘neue Gerontologie’” runden den ersten Teil mit theoretischen Impulsen aus der angelsächsischen Altersforschung ab.
Nach diesem historischen Überblick aus der angelsächsichen Szene werden die "jungen Alten" im deutschsprachigen Kontext untersucht. So nimmt Gerd Göckenjan "Alter und Alterszuschreibungen im historischen Wandel" unter die Lupe. Kritsch fragt er, ob das Alter "weiterhin der große offene Raum" (252) sei. Zunächst stellt er einen radikalen Bedeutungswechsel der Altersvorstellung fest. Dieser sei seit den 1980er Jahren verstärkt wahrnehmbar. Mit steigender Lebenserwartung sei an die Stelle einer "meist kurzen, düsteren Neige des Lebens" eine Lebensphase getreten, die vor allem wohlhabenderen Menschen "Lebenskontinuität mit einem "veränderten Verhältnis von Pflichten und Freiheiten" (253) ermöglicht habe.
"Die Novität und wohl auch Einmaligkeit der historischen Situation seither ist die Breite, in der die Altengenerationen an einem Alterslebensstil des gesicherten Wohlstandes partizipieren." (253) Der große offene Raum werde "durch Wohlstandszuwachs, Sozialstaatlichkeit udn Transferzahlungen ermöglicht" (253) stellt Göckenjan fest, um skeptisch (und wohl auch realistisch) hinzuzufügen, dass in Zukunft mit Einschränkungen zu rechnen sei: "Die Pfade der Reduktion der Transferzahlungen sind jedenfalls gelegt und werden beschritten." (253)
Es geht um Ressourcenverteilung im öffentlichen Raum, und dort bringen sich die Interessenverbände bereits in Position, um Besitzstände zu wahren oder um Ressourcen umzuverteilen.
Dazu passt auch Diana Auths Beitrag: "Die 'neuen Alten' im Visier des aktivierenden Wohlfahrtsstaates." (296ff.) Dabei untersucht sie auch die geschlechtsspezifische Arbeitsverteilung im Alter. Insbesondere die Übernahme von Betreuungsaufgaben (Enkelbetreuung, häusliche Pflege, Ehrenamt) wird zwiespältig gesehen. Einerseits dient sie der Integration der jungen Alten in die Gesellschaft der Tätigen, andererseits kann dies bis zur Ausbeutung gehen, wie Glenda Laws kritisch angemerkt hat. Erneut wird darauf hingeweisen, "dass ältere Menschen, vor allem Frauen, durch ihre häusliche Pflegearbeit einen erheblichen Beitrag zur gesellschaftlichen Produktion von Wohlfahrt leisten" (306), ohne dass dies angemessen in den Pflegesätzen der Pflegeversicherung gewürdigt wird. Hinzu kommt vielfach eine "strukturelle Überforderung" der Pfelgenden, die physisch und psychisch massiv angespannt sind und durch diese Inanspruchnahme "eigene Bedürfnisse nur unzureichend" befriedigen können.
Um "Lohn und Leistung, Schuld und Verantwortung" geht es Stephan Lessenich, der das "Alter in der Aktivgesellschaft" (279) analysiert. Er empfihelt den jungen Alten "Spielräume des Widerständigen" (292), um sich nicht ganz vereinnahmen zu lassen und möglicherweise am Ende daran oder damit zu scheitern. Denn auch dies ist zu konstatieren: dass staatliche Sozialpolitik mit der Inanspruchnahme junger Alter nicht (nur) Partiziaptionsfortschritte im Sinn hat, sondern auch eine Ökonomisierung des Alters mit einhergehenden Autonomieverlusten.
Die Figur junger Alter, die zur Produktivität moralisch verpflichtet werden, wird bereits gezeichnet. Verständlich, dass Silke van Dyk und Stephan Lessenich den älteren Menschen empfehlen, ihr Leben zwischen Aktivität und Widerstand (gegen unwillkommene Inanspruchnahme) zu führen. Für sie geht es darum, "die Definitionsmacht über sich selbst udn ihr eigenes Alt-Sein bzw. Alt-Werden zurück zu gewinnen" (408).
"Die jungen Alten" ist ein wichtiges Buch, das überblicksartig wesentliche Bereiche eines neuen Forschungsfeldes erschließt.
Kritikwürdig ist allerdings, dass Soziologen offenkundig noch immer Schwierigkeiten damit haben, sich verständlich auszudrücken. Seit Wittgenstein kann dies aber von jedem Wissenschaftler verlangt werden: "Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden", heißt es im Tractatus logico-philosophicus.
Das wünsche ich mir auch vom Bandwurmsatzproduzenten Prof. Lessenich und seiner Schülerin Dr. van Dyk. Ich empfehle "Deutsch für Profis" von Wolf Schneider.
rezensiert von Armin König, (c) 2010
Das Schlagwort von den “jungen Alten” macht die Runde. Im demographischen Wandel werden sie zu einer Sozialfigur, die Wissenschaftler, Praktiker und Politiker interessiert. Die Soziologen Stephan Lessenich und Silke van Dyk haben die neue Sozialfigur der "jungen Alten" umfassend analysiert. In ihrer Einführung schreiben sie, dass parallel zur mittlerweile viel beschriebenen Vergreisung der Gesellschaft “eine Verjüngung der Alten zu konstatieren” sei, die “über viele Jahre hinweg angesichts hoher Erwerbslosigkeisraten jenseits der 55 immer früher in den Ruhestand entlassen wurden” (11). Das alte Altersbild, das vorwiegend pejorativ gezeichnet wurde, stimmt also nicht mehr. Deshalb ist es folgerichtig, dass sich die Sozialforschung diesem Thema annimmt: “Die zunehmende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den doppelten Sachverhalt, dass ‘die Alten’ nicht nur ‘immer älter’, sondern in gewisser Weise eben auch ‘immer jünger’ werden, also einen zunehmend länger werdenden Teil ihrer zunehmend länger werdenden Lebenszeit gesund und leistungsfähig bleiben, hat zur sozialpolitischen Entdeckung der Aktivierbarkeit des Alters geführt.” Politik und Gesellschaft interessieren sich in einer Zeit, in der Einsparpotenziale diskutiert werden dafür, wie ‘die Potenziale des Alters gesellschaftlich besser genutzt werden können”, wie es im 5. Altenbericht der Bundesregierung (2005: 3) heißt. Und so fragen van Dyk und Lessenich kritisch: “Was läge im Zeichen chronisch beklagter fiskalischer Nöte der öffentlichen Hand, im Zeichen der prognostizierten Zunahme des Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung, im Windschatten schließlich der mit großem finanzielle, institutionellen und propagandistischen Aufwand betriebenen Aktivierung erwerbsfähiger Arbeitsloser näher, als auch ‘das Alter’ wieder stärker in die gesellschaftliche Pflicht zu nehmen?” (12)
Dabei sind positive wie negative Aspekte zu beachten. Dem gehen die Autoren auf den Grund.
“Die neuen Alten” ist ein wichtiges Buch, in dem erstmals neun in Deutsche übersetzte Grundlagentexte der englischsprachigen Diskussion sowie kritische Beiträge zur deutschen Debatte um das ‘junge Alter’ und seine gesellschaftliche Bedeutung zusammengefasst werden. Dazu gehören “Dominierende und konkurrierende gerontologische Paradigmen: Für eine politische Ökonomie des Alterns” von Caroll L. Estes / James H. Swan und Lenore E. Gerard (1982) ebenso wie David J. Ekerdts wegweisender Aufsatz: “Die Ethik des Beschäftigtseins: Zur moralischen Kontinuität zwischen Arbeitsleben und Ruhestand” aus dem Jahr 1986.
Bis 1982 spielte die politische Ökonomie des Alterns noch keine Rolle. Die Gerontologie befasste sich schlicht nicht mit diesem Thema. Estes, Swan und Gerard öffneten den Blick für eine neue Sichtweise. Ihnen ging es darum, "ein Verständnis des Charakters und der Bedeutung von Veränderungen im Umgang mit alten Menschen zu entwickeln und diese mit den großen systemischen Entwicklungen in Beziehung zu setzen. Es wäre wichtig zu verstehen, wie der Alternsprozess durch den systemischen Umgang der Gesellschaft mit alten Menschen bzw. durch die Positionierung von alten Menschen in der Gesellschaft beeinflusst wird.” (57)
In den Grundlagentexten geht es um die “Maske des Alterns” und den postmodernen Lebenslauf (Mike Featherstone / Mike Hepworth 1991), um feministische und postmoderne feministische Einblicke in das Problem der Altersdiskriminierung (Glenda Laws 1995), um “Konsum und Identität im Alter” im Sinne einer “kulturgerontologischen Perspektive” (Chris Gilleard 1996) und um das Phänomen, dass in der Sozialgerontologie der Körper “in auffälliger Weise abwesend ist – und dies, obwohl in unserer Kultur das Altern sich in Äußerlichkeiten darstellt und durch den Körper erfahren wird” (Peter Öberg: 138). Mit Beginn des 21. Jahrhunderts ändert sich die Themenwahl und damit auch der Blickwinkel. So werden nun “Geschäftige Körper” (Stephen Katz) untersucht. In dem Text aus dem Jahr 2000 geht es um “Aktivität, Altern und das Management des Alltagslebens” (160). Eine “foucauldianische Analyse des ALters und der Macht wohlfahrtsstaatlicher Politik” (Simon Biggs / Jason L. Powell; 2001) und ein Aufsatz von Martha B. Holstein und Meredith Minkler aus dem Jahr 2003 über “Das Selbst, die Gesellschaft und die ‘neue Gerontologie’” runden den ersten Teil mit theoretischen Impulsen aus der angelsächsischen Altersforschung ab.
Nach diesem historischen Überblick aus der angelsächsichen Szene werden die "jungen Alten" im deutschsprachigen Kontext untersucht. So nimmt Gerd Göckenjan "Alter und Alterszuschreibungen im historischen Wandel" unter die Lupe. Kritsch fragt er, ob das Alter "weiterhin der große offene Raum" (252) sei. Zunächst stellt er einen radikalen Bedeutungswechsel der Altersvorstellung fest. Dieser sei seit den 1980er Jahren verstärkt wahrnehmbar. Mit steigender Lebenserwartung sei an die Stelle einer "meist kurzen, düsteren Neige des Lebens" eine Lebensphase getreten, die vor allem wohlhabenderen Menschen "Lebenskontinuität mit einem "veränderten Verhältnis von Pflichten und Freiheiten" (253) ermöglicht habe.
"Die Novität und wohl auch Einmaligkeit der historischen Situation seither ist die Breite, in der die Altengenerationen an einem Alterslebensstil des gesicherten Wohlstandes partizipieren." (253) Der große offene Raum werde "durch Wohlstandszuwachs, Sozialstaatlichkeit udn Transferzahlungen ermöglicht" (253) stellt Göckenjan fest, um skeptisch (und wohl auch realistisch) hinzuzufügen, dass in Zukunft mit Einschränkungen zu rechnen sei: "Die Pfade der Reduktion der Transferzahlungen sind jedenfalls gelegt und werden beschritten." (253)
Es geht um Ressourcenverteilung im öffentlichen Raum, und dort bringen sich die Interessenverbände bereits in Position, um Besitzstände zu wahren oder um Ressourcen umzuverteilen.
Dazu passt auch Diana Auths Beitrag: "Die 'neuen Alten' im Visier des aktivierenden Wohlfahrtsstaates." (296ff.) Dabei untersucht sie auch die geschlechtsspezifische Arbeitsverteilung im Alter. Insbesondere die Übernahme von Betreuungsaufgaben (Enkelbetreuung, häusliche Pflege, Ehrenamt) wird zwiespältig gesehen. Einerseits dient sie der Integration der jungen Alten in die Gesellschaft der Tätigen, andererseits kann dies bis zur Ausbeutung gehen, wie Glenda Laws kritisch angemerkt hat. Erneut wird darauf hingeweisen, "dass ältere Menschen, vor allem Frauen, durch ihre häusliche Pflegearbeit einen erheblichen Beitrag zur gesellschaftlichen Produktion von Wohlfahrt leisten" (306), ohne dass dies angemessen in den Pflegesätzen der Pflegeversicherung gewürdigt wird. Hinzu kommt vielfach eine "strukturelle Überforderung" der Pfelgenden, die physisch und psychisch massiv angespannt sind und durch diese Inanspruchnahme "eigene Bedürfnisse nur unzureichend" befriedigen können.
Um "Lohn und Leistung, Schuld und Verantwortung" geht es Stephan Lessenich, der das "Alter in der Aktivgesellschaft" (279) analysiert. Er empfihelt den jungen Alten "Spielräume des Widerständigen" (292), um sich nicht ganz vereinnahmen zu lassen und möglicherweise am Ende daran oder damit zu scheitern. Denn auch dies ist zu konstatieren: dass staatliche Sozialpolitik mit der Inanspruchnahme junger Alter nicht (nur) Partiziaptionsfortschritte im Sinn hat, sondern auch eine Ökonomisierung des Alters mit einhergehenden Autonomieverlusten.
Die Figur junger Alter, die zur Produktivität moralisch verpflichtet werden, wird bereits gezeichnet. Verständlich, dass Silke van Dyk und Stephan Lessenich den älteren Menschen empfehlen, ihr Leben zwischen Aktivität und Widerstand (gegen unwillkommene Inanspruchnahme) zu führen. Für sie geht es darum, "die Definitionsmacht über sich selbst udn ihr eigenes Alt-Sein bzw. Alt-Werden zurück zu gewinnen" (408).
"Die jungen Alten" ist ein wichtiges Buch, das überblicksartig wesentliche Bereiche eines neuen Forschungsfeldes erschließt.
Kritikwürdig ist allerdings, dass Soziologen offenkundig noch immer Schwierigkeiten damit haben, sich verständlich auszudrücken. Seit Wittgenstein kann dies aber von jedem Wissenschaftler verlangt werden: "Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden", heißt es im Tractatus logico-philosophicus.
Das wünsche ich mir auch vom Bandwurmsatzproduzenten Prof. Lessenich und seiner Schülerin Dr. van Dyk. Ich empfehle "Deutsch für Profis" von Wolf Schneider.
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Donnerstag, 21. Januar 2010
Demographischer Wandel
Demographischer Wandel bezeichnet die Veränderung der Alters- und Sozialstruktur einer Bevölkerung sowie der Einwohnerzahl im Zeitverlauf durch unterschiedliche Fertilität, Mortalität und Mobilität. Er wird durch Alterung, Schrumpfung, sinkende Geburtenraten, Kindermangel und Leerstandsprobleme charakterisiert. Hinzu kommen Probleme der Singularisierung und der Heterogenisierung.
(c) 2010 Armin König
Literatur:
Armin König (2010): Partizipative Entwicklungsplanung im Demographischen Wandel. (i.V.)
Armin König: Wiki: Demographischer Wandel
(c) 2010 Armin König
Literatur:
Armin König (2010): Partizipative Entwicklungsplanung im Demographischen Wandel. (i.V.)
Armin König: Wiki: Demographischer Wandel
Sonntag, 22. November 2009
Partizipative Jugendpolitik
Notwendigkeit jugendfreundlicher Gemeindeentwicklung
Dass demographischer Wandel unmittelbar mit Generationenpolitik zusammenhängt, ist evident und braucht nicht gesondert begründet zu werden. Das betrifft einerseits die Gruppe älterer Menschen und deren Bedürfnisse. Andererseits dürfen im Zuge der demographischen Entwicklung auch die Jugend‐Interessen nicht vernachlässigt werden.
Die Alterung der Gesellschaft könnte zwar dazu motivieren, den politischen Schwerpunkt künftig auf Seniorenpolitik zu legen, zumal dort das größte Stimmenpotenzial zu erwarten ist. Ich möchte aber an dieser Stelle dafür plädieren, beim demographischen Wandel auch der Jugendpolitik einen besonderen Stellenwert zu geben.
Ungeachtet des demographischen Trends haben Kommunen die Chance, durch jugendfreundliche Gemeindeentwicklung auch für junge Menschen attraktive Lebensbedingungen zu schaffen und damit die gemeindlichen Zukunftsperspektiven zu
optimieren.
Armin König
www.arminkoenig.de
Literatur:
Vom Leerstand zum Illinger JUZ
Dass demographischer Wandel unmittelbar mit Generationenpolitik zusammenhängt, ist evident und braucht nicht gesondert begründet zu werden. Das betrifft einerseits die Gruppe älterer Menschen und deren Bedürfnisse. Andererseits dürfen im Zuge der demographischen Entwicklung auch die Jugend‐Interessen nicht vernachlässigt werden.
Die Alterung der Gesellschaft könnte zwar dazu motivieren, den politischen Schwerpunkt künftig auf Seniorenpolitik zu legen, zumal dort das größte Stimmenpotenzial zu erwarten ist. Ich möchte aber an dieser Stelle dafür plädieren, beim demographischen Wandel auch der Jugendpolitik einen besonderen Stellenwert zu geben.
Ungeachtet des demographischen Trends haben Kommunen die Chance, durch jugendfreundliche Gemeindeentwicklung auch für junge Menschen attraktive Lebensbedingungen zu schaffen und damit die gemeindlichen Zukunftsperspektiven zu
optimieren.
Armin König
www.arminkoenig.de
Literatur:
Vom Leerstand zum Illinger JUZ
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Partizipation
Demographischer Wandel
Der Begriff demographischer Wandel bezeichnet die Veränderung der Alters- und Sozialstruktur einer Bevölkerung sowie der Einwohnerzahl im Zeitverlauf durch unterschiedliche Fertilität, Mortalität und Mobilität zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
AK
AK
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Demographie - Literatur
König, Armin: Illingen 2030 - Bürger planen Zukunft im demografischen Wandel : Ein außergewöhnliches Konzept mit Einwohnerbeteiligung. In: IHK Saar (Hrsg.).
König, Armin (2007): Bürger machen Gemeinde zukunftsfähig : Das Modellprojekt "Illingen 2030" In: Stadt und Gemeinde 5/2007, 186-187.
Maretzke, Steffen (Hrsg.) (2008): Städte im demografischen Wandel . Wesentliche Strukturen und Trends des demografischen Wandels in den Städten Deutschlands. In: BiB Materialien zur Bevölkerungswissenschaft. Quellen-Download
König, Armin (2007): Bürger machen Gemeinde zukunftsfähig : Das Modellprojekt "Illingen 2030" In: Stadt und Gemeinde 5/2007, 186-187.
Maretzke, Steffen (Hrsg.) (2008): Städte im demografischen Wandel . Wesentliche Strukturen und Trends des demografischen Wandels in den Städten Deutschlands. In: BiB Materialien zur Bevölkerungswissenschaft. Quellen-Download
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Bürger,
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